Harald lebt seit Jahren in Paraguay und ist im Netz vielen als „Der Unbeugsame“ bekannt. Er beschäftigt sich öffentlich mit Fällen, die in sozialen Netzwerken immer wieder kontrovers diskutiert werden. Im Gespräch mit Nadine, Sascha beschreibt er seine Sicht auf Markus Rahmsdorf, den umstrittenen Spendenlink, sein Leben in Paraguay und die Gründe, warum er trotz Kritik und schwieriger Lebensumstände weitermacht.
„Ich wollte Markus eine ehrliche Chance geben“
Harald: Als ich in den Fall eingestiegen bin, bin ich über Markus Rahmsdorf überhaupt erst auf den Fall Fabian aufmerksam geworden. Danach habe ich mir im Hintergrund selbst vieles angeschaut, eigene Recherchen betrieben und Kontakte aufgebaut, auch direkt nach Güstrow. Ich habe Markus weiter verfolgt und gesehen, dass er ähnliche Parallelen gefunden hat wie ich. Das war der Grund, warum ich mich mit ihm zusammengetan habe. Ich wollte ihn kennenlernen und ihm eine ehrliche Chance geben.
Harald: Ja, das wusste ich. Mir war auch klar, dass ich Kritik bekommen würde, wenn ich mit ihm zusammenarbeite. Aber ich wollte ihm wirklich die Chance geben, sich einmal unter Beweis zu stellen.
Harald: Ich bleibe weiterhin aktiv.
Presseausweis, Verein und Abstand zu Markus
Harald: Markus hat mir gegenüber angedeutet, dass er einen Presseausweis hat. Einen Nachweis hat er mir aber nicht gezeigt. Ich weiß auch nicht, welchen Presseausweis er hat oder ob er dafür Nachweise vorlegen musste.
Harald: Ja, das hat er gesagt. Vorweisen konnte er mir das aber noch nicht. So weit waren wir noch nicht. Ich hatte mich bereit erklärt, in den Verein mit einzusteigen. Wie viele Leute dort im Hintergrund beteiligt sind, weiß ich nicht.
Harald: Ich habe die Starlink-Rechnung bezahlt bekommen, das waren 35 Euro. Mehr habe ich nicht bekommen. Die Zahlung lief nach meiner Erinnerung über eine Kreditkarte.
Harald: Ich habe ihn blockiert. Ich habe keine Zeit für so etwas.
GoFundMe und die Grafikkarte
Harald: Ich war natürlich positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Menschen gibt, die sich überhaupt für das interessieren, was ich in den letzten Jahren gemacht habe. Dass dann auch die Bereitschaft da war, mich zu unterstützen, damit ich technisch weiterarbeiten kann, hätte ich niemals erwartet.
Harald: Nein. Ich dachte, vielleicht kommen 100 oder 150 Euro zusammen. Dass das Spendenziel übertroffen wird, hätte ich nie gedacht.
Harald: Ich brauche eine Grafikkarte. Mein Rechner ist zu langsam, um im TikTok-Livestudio bestimmte Sachen abzuspielen und zu bearbeiten. Dafür hätte ich eine Grafikkarte benötigt. Ich habe auch im Hintergrund mit vielen Leuten gesprochen, ob jemand noch eine gebrauchte Grafikkarte herumliegen hat. Die würde ich auch selbst einbauen, das ist kein Problem.
Harald: Ja. Im Hintergrund wurde dazu viel kommuniziert, auch Maren und ich haben darüber gesprochen. Maren hatte nach meiner Erinnerung auch schon einmal einen Aufruf wegen einer gebrauchten Grafikkarte gemacht.
Harald: Weil der Fall Fabian und ein weiterer Fall aus Freiburg aus meiner Sicht noch einmal aufgearbeitet werden müssen. Dafür fehlt mir die Leistung beziehungsweise die technische Ausstattung. Genau dafür war das eigentlich gedacht.
Harald: Das ist kompliziert. Hier in Paraguay ist es nicht einfach, ein Konto anzumelden. Es gibt neue Vorgaben, man muss einen Einkommensnachweis vorlegen. Den habe ich durch meine Arbeit noch nicht. Ich bin freischaffender Journalist, und damit verdient man kein Geld. Außerdem bin ich noch in der Vermittlung und Projektleitung tätig. Wir sind gerade dabei, im Hintergrund eigene Projekte aufzubauen. Wenn das läuft, brauche ich auch keine Spendenlinks mehr.
Harald: Mir ist zuerst wichtig, dass die Menschen, die gespendet haben, ihr Geld zurückbekommen. Wenn sie danach sagen, sie wollen es mir trotzdem zukommen lassen, dann ist das ihre Sache. Aber für mich steht im Vordergrund, dass die Spender ihr Geld zurückbekommen.
Harald: Ich bleibe so lange dran, bis jeder Einzelne sein Geld zurückbekommt, selbst wenn es nur fünf Euro sind. So lange bleibe ich dabei. Alles andere rund um Markus ist mir danach egal.
Der Mensch hinter dem Namen
Harald: Ich bin auch nur ein Mensch mit Gefühlen und Empfindungen.
Harald: Nein.
Harald: Ja. Das ist mein Ansporn.
Harald: Ja, absolut.
Harald: Ja, klar. Es gibt Tage, da heule ich hier wirklich. Ich versuche meine Streams so aufzubauen, dass die Leute auch gerne da sind. Ich möchte so wenig wie möglich private Emotionen in die Öffentlichkeit bringen. Private Dinge mache ich mit mir alleine aus.
Harald: Ich glaube, ich bin nicht kompatibel mit irgendeinem anderen Menschen. Aber meine Hunde sind meine Familie.
Harald: Ich bin mit wenig Geld nach Paraguay gekommen und musste mir etwas einfallen lassen. Mein erster Job hier war Essen zu verkaufen. Ich habe angefangen, Spätzle zu verkaufen. Daraus bin ich später in ein Wohn- und Lebensgemeinschaftsprojekt eingestiegen. Dort war ich nach meiner Darstellung unter anderem Teamleiter und für Video, Drohnenaufnahmen, Social Media, Security und Geldtransporte zuständig.
Harald: Ich lege meine Vergangenheit offen. Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, wissen nach meiner Darstellung darüber Bescheid. Ich gehe da hin und sage vorher, dass ich eine Vergangenheit habe.
Frei, aber nicht sicher
Harald: Sicher fühle ich mich nicht, aber ich fühle mich frei.
Harald: Das ist zu gefährlich.
Harald: Ja, mehrere sogar. Ich habe hier in Paraguay viele Freunde. Aber ich lasse ungern Leute auf mein Grundstück. Da kommen nur ganz wenige Auserwählte. Das ist ausschließlich aus Sicherheitsgründen und weil ich meine Ruhe will.
Harald: Nein. Ich habe keine Angst. Ich weiß aber, dass es Gefahren gibt. Ich bin in Kreisen aufgewachsen, in denen Gewalt an der Tagesordnung war. Gewalt habe ich seit Jahren abgeschworen. Aber ich weiß, wie man mit Gefahr umgeht.
Kinder, Haftbefehl und öffentliche Gerüchte
Harald: Ja, natürlich.
Harald: Das letzte Mal war ich 2012 inhaftiert. Es ging damals um eine Reststrafe von sechs Wochen. Ich wurde wegen einer Briefmarke eingesperrt. Darüber findet man auch heute noch Berichte im Internet.
Harald: Ich habe offiziell fünf Kinder.
Harald: Nein. Selbst wenn der Haftbefehl aufgehoben wird, wäre mein erstes Ziel, meine Kinder zu besuchen, wenn ich darf. Danach würde ich alles in die Wege leiten, um meine Kinder nach Paraguay zu bringen, wenn sie das wollen. Aber ich will dieses Land nicht mehr verlassen.
Harald: Ich habe einen deutschen Haftbefehl, weil ich zu einer Gerichtsverhandlung nicht erschienen bin. Deshalb gibt es diesen Haftbefehl. Es laufen im Hintergrund weitere Ermittlungsverfahren gegen mich, weil mir nach deutschem Recht weitere Dinge vorgeworfen werden. Aber ich habe keinen internationalen Haftbefehl.
Harald: Ich habe einen Auszug von Interpol, den ich euch zukommen lassen kann. Diese Gerüchte kamen schon vor Jahren auf. Später wurde behauptet, ich hätte sogar einen doppelten internationalen Haftbefehl. Das stimmt nicht.
Harald: Es ging nach meiner Darstellung nicht um ein Video, das ich bewusst so veröffentlicht habe, sondern um ein langes Telefonat mit einem Protagonisten von Carsten Stahl. Aus diesem Telefonat seien einzelne Stellen herausgeschnitten worden, um mich zu diskreditieren. Danach hätten andere diese Ausschnitte weiterverbreitet.
Leben in Paraguay und schwierige Umstände
Harald: Ich bin seit vier Jahren in dem Haus zur Miete. Meine Vermieterin lebt neben mir. Ich habe eine Kaufoption bekommen. Wenn ich in diesem Jahr das Geld zusammenbekomme, kann ich das Grundstück kaufen. Wenn nicht, wird der Mietvertrag nicht verlängert.
Harald: Nein, überhaupt nicht. Für mich ist das eine Übergangslösung. Wenn es regnet, läuft Wasser rein. Wenn es heiß ist, ist es wie eine Sauna. Die Klimaanlage ist kaputt. Ich hatte lange kein warmes Wasser, weil ich kein Geld für einen Boiler hatte.
Harald: Ich habe drei sehr gute Freunde in Paraguay. Wenn ich die nicht hätte, hätte ich hier nichts zu essen. Sie unterstützen mich mit Essen. Kleine Beträge bekomme ich manchmal von meiner Cousine oder einer Freundin. Ich bin über solche Hilfe froh.
Harald: Nach meiner Darstellung gab es Zeiten, in denen ich die Miete nicht zahlen konnte und kurz davor stand, die Unterkunft zu verlieren. Meine Vermieterin kenne meine Arbeit und habe mir deshalb Aufschub gegeben.
Harald: Von Spenden wollte ich mir eigentlich immer die Finger lassen. Ich wollte mir nie nachsagen lassen, dass ich die Arbeit, die ich mache, darüber finanziere. Paketversand nach Paraguay ist außerdem schwierig. Manche Pakete seien angekommen, andere nie.
Harald: Ich tue das aus Überzeugung. Ich glaube, dass es noch Menschen gibt, die Empathie haben und an Veränderung glauben. Wenn ich diesen Blick nicht hätte, hätte ich das längst aufgegeben. Es geht um Kinder, die keine Stimme haben und denen niemand zuhören möchte. Das ist das, was mich antreibt.
Projekte, Recherche und Belastung
Harald: Im Hintergrund habe ich eigene Projekte hier in Paraguay. Dafür gibt es fertige Businesspläne. Ich bin Projektentwickler und Projektleiter. Das heißt nicht, dass ich alles selbst baue, sondern dass ich mir vernünftige Leute ins Team hole und mit ihnen diese Sachen umsetze.
Harald: Ich habe hier Kontakte, ich habe Leute im Team, unter anderem aus dem Bau- und Planungsbereich. Ich habe in Paraguay ein Leben aufgebaut, Kontakte, Projekte und Möglichkeiten. Viele sehen nur den Harald aus dem Stream, aber dahinter gibt es mehr.
Harald: Es gab einmal eine Reporterin, die eine Biografie über mich schreiben wollte. Das ist aber nicht weitergelaufen. Ich schreibe zwar jeden Tag, aber nicht über mich selbst. Früher war ich mehr Selbstdarsteller. Heute bin ich froh, wenn ich nicht live gehen muss.
Harald: Das ist schwierig. Ich sitze in meiner Küche und streame seit Jahren mit dem Handy. Ich habe kein richtiges Büro, keine Pinnwand, nichts, wo ich Verbindungen sauber festhalten kann. Die Recherche ist dadurch eingeschränkt.
Harald: Ja. Ich betreue im Hintergrund mehrere Kinder beziehungsweise Elternteile. Ich telefoniere fast jeden Tag mit Elternteilen, wir arbeiten Akten auf. Das erfüllt im Moment mein Leben. Wenn ich das nicht mache, wer ist dann für diese Mütter da?
Arbeiten ohne Büro, Aktenwand und festes Team
Harald: Ich sitze in meiner Küche und streame seit Jahren mit dem Handy. Ich habe kein vernünftiges Büro, keine Aktenwand und keine Pinnwand, an der ich Querverbindungen sauber festhalten kann. Dadurch ist die Arbeit stark eingeschränkt.
Harald: Ja. Nach meiner Darstellung gab es viele Verluste. Manche Menschen hatten eigene traumatische Erfahrungen und brauchten Abstand. Andere kamen nicht wieder. Außerdem habe ich erlebt, dass private Details aus meinem Umfeld weitergegeben wurden. Dadurch ist die Arbeit im Hintergrund teilweise zum Erliegen gekommen.
Harald: Ja. Ich mache tatsächlich fast alles alleine, auch viel Recherche. Gerade dadurch ist vieles schwieriger geworden.
Harald: Ja. Ich hatte hier in Paraguay ein Interview. Mit den Sachen, die ich seit Jahren offiziell mache, komme ich hier nach meiner Darstellung auch ins Fernsehen.
Businesspläne, Projekte und ein geplatzter Aufbau
Harald: Ich habe hier Kontakte und Leute im Team, unter anderem aus dem Bau- und Planungsbereich. Genannt wurden ein Statiker, ein Bauingenieur, ein Architekt, ein Grafikdesigner, ein Social-Media-Experte sowie Bauleiter. Viele sehen nur den Harald aus dem Stream, aber dahinter gibt es mehr.
Harald: Ja. Nach meiner Darstellung ging es einmal um ein größeres Projekt mit mehreren Millionen Euro. Es gab Verträge, Investoren und ein Dokument, das nach Paraguay kommen sollte. Dieses Dokument sei aus meiner Sicht entscheidend gewesen, sei aber zu spät beziehungsweise erst nach Ablauf wichtiger Fristen aufgetaucht. Dadurch seien Schulden, Verluste und ein geplatztes Vorhaben entstanden.
Harald: Diese Phase hat mich nach meiner Darstellung massiv getroffen. Ich sei in Depressionen geraten, habe stark abgenommen und sehr dunkle Momente erlebt. Genau in dieser Zeit lief auch Recherchearbeit in einem belastenden Fall, der mich zusätzlich mitgenommen hat.
Vorwurf um seinen Hund
Harald: Ich musste einen Hund krankheitsbedingt von einer Tierärztin einschläfern lassen. Danach gab es eine Verbrennungsbestattung mit einem Schamanen. Das wurde sogar dokumentiert. Daraufhin wurde behauptet, ich hätte meine Hunde vergiftet und angezündet. Das stimmt nicht. Der Hund war bereits tot.
Die Aussagen zu Markus Rahmsdorf, Spendengeldern, laufenden Verfahren, persönlichen Vorwürfen, Paraguay, Haftbefehl, Projekten und privaten Lebensumständen geben Haralds eigene Darstellung im Interview wieder. Wo Vorwürfe gegen Dritte berührt werden, handelt es sich um Haralds Angaben beziehungsweise um Fragen aus dem Gespräch. Eine abschließende rechtliche Bewertung ist damit nicht verbunden.